Ätherische Leim Sommer

Ätherische Öle im Sommer aus Sicht der TCM

27. Mai 2021

Der Sommer wird in der TCM dem Feuer-Element zugeordnet, wenn die Tage am längsten sind und die Sonne am höchsten steht. Und wie die Flammen des Feuers, ist es die Zeit in unserem Leben, in der wir nach oben und außen strömen. Im Sommer zieht es uns ganz automatisch vor die Tür und in den Kontakt mit anderen Menschen. Wir lassen uns begeistern und inspirieren, sind offen für neue Ideen, Projekte und Bekanntschaften und fangen ebenso schnell Feuer für diese.

 

In unserem Lebenszyklus ist es die Jugend, die dem Feuer-Element zugeordnet wird, weil es uns da genauso nach außen zieht, immer mehr weg von Zuhause und raus in die Welt. Mit der Feuerenergie kommt auch die Experimentierfreude und Neugier auf Neues – wir probieren alles Mögliche aus, machen viel Quatsch und lernen so auch gleichzeitig viel über uns. Wir verlieben uns das erste Mal und machen die ersten Schritte in Richtung Selbstverwirklichung.

 

Denn dafür steht das Feuer-Element für Experimentierfreude und für Lebensfreude, für Aktivität und die Umsetzung von Ideen und Plänen, für den Austausch mit anderen Menschen, für Freiheit, Liebe und Leidenschaft. Es eine sehr Yang-betonte Zeit, in der uns scheinbar unendlich viel Energie zur Verfügung steht.

 

Der Feuer-Typ als Mensch ist ein charismatischer Mensch, vom Archetypen her ein Magier, denn mit seiner fröhlichen Ausstrahlung zieht er andere Menschen an. Er ist beliebt, hat viele Freude und steht dabei auch gern im Mittelpunkt, daher sind dies oft Menschen, die in den Medien arbeiten, als Schauspieler oder Moderator, und sie sind gut im Verkauf und Vertrieb.

 

Und woher kommt diese Ausstrahlung, die ganze Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit? Aus Sicht der TCM sind das Qualitäten, die aus unserer Herzensenergie entstehen. Denn das Herz ist aus Sicht der TCM nicht einfach nur ein Organ, es ist der Sitz von Freude und Liebe. Es überwacht die Blutgefäße, in denen der klare und wache Geist („Shen“), unsere Gefühle und unsere Persönlichkeit wohnen, und es regiert den Schlaf. Das bedeutet, dass unsere Herzensenergie im direkten Zusammenhang steht mit unseren Emotionen, unserer psychischen und körperlichen Ausgeglichenheit und unserem Charakter.

 

Disbalancen im Feuer-Element

Gerät diese Energie aus dem Gleichgewicht, zeigt es sich entweder, und das sehr oft, durch eine so genannte Herz-Hitze. Denn der Feuer-Typ neigt dazu sich zu verausgaben. Weil die Feuer-Energie ein enormes Tempo in’s Leben bringt. Viele Termine, viele To Dos, viele Impulse und Ideen, und das alles am besten in sehr kurzer Zeit. So liebt es der Feuer-Typ. Und übersieht dabei schnell, dass ihm zwischendurch auch mal eine Pause gut tun würde. Der Feuer-Typ droht an seinem eigenen Element zu verbrennen bzw. auszubrennen, was sich durch Herzrasen, innerer Unruhe, Nervosität und Aggressivität, über Schlafstörungen bis hin zu Bluthochdruck und Burnout äußern kann.

 

Eine Disbalance kann aber auch durch ein Qi-Mangel des Herzens entstehen, die sich dann auf der seelischen und geistigen Ebene vor allem in Problemen bei zwischenmenschlichen Beziehungen zeigt, wie auch durch der Scheu vor neuen Begegnungen und Erfahrungen, sehr leiser Sprache oder Sprachstörungen wie Stottern, einer generellen Überängstlichkeit, schlechter Durchblutung oder Nachtschweiß.

 

Diese Disbalancen können sich auch auf das Partnerorgan des Herzens, dem Dünndarm, auswirken. Er gilt aus Sicht der TCM als der große Sortierer, der in allen Belangen die Spreu vom Weizen trennt. Körperlich gesehen ist er eine wichtige Vorinstanz der Verdauung: der Dünndarm trennt die reinen von den unreinen Substanzen, also die wertvollen von den unbrauchbaren Nahrungsbestandteilen. Auf der geistigen Ebene ist der Dünndarm sozusagen die moralische Instanz, die auch dafür sorgt, dass seelischer Schrott unser empfindliches Herz nicht zu sehr belastet und verstopft. Herrscht zu viel Herzhitze, leitet er diese ab entweder durch Durchfall oder auch indem er die Hitze an die Blase weiterleitet und es dann zu Blasenentzündungen kommen kann. Und herrscht ein Herz-Qi-Mangel, kann es dazu kommen, dass nicht nur unser Herz verstopft, mit all den unausgesprochenen und unsortierten Emotionen, sondern dass sich diese Verstopfung auch auf körperlicher Ebene durch unregelmäßigen oder sehr harten Stuhlgang äußert.

 

Und so, wie wir mit der Ernährung und unserem Lebensstil Einfluss auf die Elemente nehmen können, um Körper, Geist und Seele immer wieder in Einklang zu bringen, so können wir dies auch mit ätherischen Ölen tun. Denn diese haben auch immer einer körperliche und eine mental-emotionale Wirkung, die wir nutzen können, um immer wieder in Balance zu kommen, sprich im Sinne der TCM in einen ausgeglichenen, gesunden Zustand zu finden.

 

Viel Freude mit dieser Folge!

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Captivate zu laden.

Inhalt laden

 

>> Hier findest du mich übrigens mit allen Folgen bei deiner Lieblings-Podcast-Plattform!

Ätherische Öle, die die Herz-Energie in Balance bringen können

Natürlich gibt es eine große Bandbreite an Ölen, die uns im Sommer unterstützen können. Es sind zum Beispiel

  • bittere Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Oregano, die die einen direkten Bezug zum Herzen haben, Negativität klären und Klarheit fördern.
  • Blütenöle wie Lavendel, Geranium, Jasmin und Rose, die das Herz öffnen.
  • Öle aus Wurzeln und Harzen, weil sie die Yin nähren und so einen Ausgleich zum überschießenden Yang darstellen, wie zum Beispiel Weihrauch, Vetiver oder Myrrhe.
  • thermisch kühlende Öle, die erfrischen und Sommer- und Herzhitze klären können, wie zum Beispiel Pfefferminz und Zitrusöle.

 

Rezepte mit den genannten Ölen

 

Pfefferminze oder Rosmarin verdünnt in eine Sprühflasche (10 Tropfen auf 100 ml) sorgen für herrliche Abkühlung zwischendurch – vor Gebrauch gut schütteln und auf Arme, Beine und den Nacken sprühen.

 

Lavendel, Rose oder Germanium auf den Akupressurpunkt Perikard 6 – hat eine direkte Verbindung zum Herzen und beeinflusst unsere Sprache und Kommunikation. Er liegt auf der Innenseite des Unterarms, drei Finger breit vom Handgelenk entfernt, in der Beugefalte zwischen den beiden mittleren Sehnen des Unterarmes. Du kannst ihn sanft aktivieren, indem du ihn mit kleinen kreisenden Bewegungen massiert oder ihn mit konstantem, mittelstarken Druck hältst. Du solltest den Punkt dabei deutlich spüren, ohne dass Schmerzen entstehen. Aktiviere ihn mindestens 30 Sekunden lang und gerne auch länger, wenn es dir gut tut, gerne auch mehrmals am Tag.

 

Jasmin auf den Akupressurpunkt Perikard 7 – entspannt, stabilisiert & stärkt das Herz. Der Punkt befindet sich in der Beugefalte des Handgelenks, in Verlängerung des kleinen Fingers.

 

Zitrone in Wasser geben (ca. 2 Tropfen auf 1 Liter) für eine Erfrischung von Innen.

 

Für ein kühlendes und beruhigendes Bad 2 – 3 EL Jojoba Öl, 2 Tropfen Ylang-Ylang, 2 Tropfen Palmarosa, 1 Tropfen Lavendel vermischen.

 

Diffusermischung für Klarheit im Herzen mit 2 Tropfen Pfefferminz, 1 Tropfen Rosmarin und 1 Tropen Lavendel.

 

Wenn du noch mehr über die Welt der Öle erfahren möchtest, dann schau gerne HIER vorbei >>