Eiweißbrot einfach selber backen

23. Mai 2022

Vegan und glutenfrei!

Manchmal habe ich einfach Lust auf Brot! Früher, bevor ich meine Ernährung nach TCM umgestellt habe, kam es nicht selten vor, dass ich Brot mehrmals am Tag gegessen habe: morgens mit Marmelade, mittags mit Käse und abends zum Salat. Oh weh, kein Wunder, dass meine Verdauung damals ganz schön träge war! Denn Brot, gerade das frische, noch leicht feuchte, belastet die Verdauung enorm.

 

Die Wirkung von Brot aus Sicht der TCM

Brot hat eine paradoxe Wirkung auf den Körper: es befeuchtet und trocknet zugleich.

Wie alle Produkte aus Mehl – besonders die aus Weizenmehl – ist Brot schwer verdaulich und wirkt verschleimend, weil es oft nicht zur Gänze verdaut werden kann und Reste im Verdauungstrakt bleiben, die den Körper belasten. Die Chinesen nennen diese “Reste” Feuchtigkeit (wir würden es “Schlacken” nennen).

Gleichzeitig spendet Brot keine guten Säfte und verlangt dadurch dem Magen einiges ab, der jede Speise in einen Brei oder eine Suppe verwandeln muss. In diesem Sinne wirkt Brot auf den Magen trocknend.

Die thermische Eigenschaft von Brot ist kühlend, da der Körper den Nahrungsbrei auch noch erwärmen muss und bei Brot das Verdauungsfeuer über die Maßen beansprucht wird.

Somit kostet uns Brot in der Verdauung mehr Energie, als es uns schenkt!

 

Meine Empfehlung

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen im Umgang mit Brot:

  • Iss Brot nicht als Hauptmahlzeit, sondern gemeinsam mit einer gekochten Speise, am besten einer saftigen, gekochten Speise wie Suppe oder Eintopf und reduziere die Menge.
  • Kaufe kein Vollkornbrot, das noch schwerer verdaulich ist, sondern normales Mischbrot. Am besten in einer Bäckerei deines Vertrauens, die keine fertigen Backmischungen verwendet. Damit vermeidest du belastende (und unnötige!) Zusatzstoffe und die oft sehr hohe Menge an Salz.
    Auch Käse und Wurst verstärken die unbekömmliche Wirkung. Besser sind Gemüseaufstriche, Hummus oder auch Butter mit Schnittlauch oder anderen frischen Kräutern.
  • Backe selber! Dann kannst du dir absolut sicher bezüglich der Inhaltsstoffe sein und es so zubereiten, dass es noch bekömmlicher und nährender wird, als die meisten Brote, die man kaufen kann: nämlich glutenfrei, vegan und gleichzeitig eiweißreich!

 

Selbstgebackenes Eiweißbrot

Dieses glutenfreie und vegane Eiweißbrot backe ich seit vielen Jahren und ist das einzige, was bei mir auf den Tisch kommt, wenn ich dann doch mal wieder Brot essen möchte. Mit einem Mix aus Linsen, Haferflocken, Kichererbsenmehl und Körnern, ist das Brot vollgepackt mit vollwertigen Zutaten, die den Körper nähren, richtig satt und glücklich machen. Und: Weil dieses Brot sowohl glutenfrei, als auch hefefrei ist, ist es super einfach in der Zubereitung. Kein Kneten, Gehenlassen, Formen etc., sondern einfach alle Zutaten vermengen, in eine Form füllen, backen und – fertig!

 

Die Zutaten und Ersatzzutaten:

Trockene Linsen: Ich verwende meistens grüne oder braune Linsen, die ich mindestens 2 Stunden (besser über Nacht) in Wasser einweiche.

 

Hafermehl: Kannst du ganz einfach herstellen, in dem du glutenfreie Haferflocken in einem Mixer oder einer Kaffee-/Gewürz- oder Getreidemühle zu einer mehligen Konsistenz mahlst.

 

Kichererbsenmehl: Alternativ kannst du auch Quinoa- oder Buchweizenmehl nehmen.

 

Flohsamenschalenpulver: Diese Zutat imitiert in glutenfreien Backwaren das Ei und trägt wesentlich dazu bei, dass das glutenfreie Brot aufgeht.

 

Kerne: Ich habe Sonnenblumenkerne verwendet, du kannst aber auch alle anderen Samen und/oder gehackte Nüsse deiner Wahl benutzen. Kürbiskerne, Walnüsse, Chia- und Leinsamen sind zum Beispiel auch super!

 

Natron: Wird hier anstelle von Natron verwendet, um den Teig etwas aufzulockern und ihm Struktur zu geben.

 

Säuerungsmittel: Ich verwende Reisessig (Gen mai su), du kannst aber auch Zitronensaft oder Apfelessig nehmen.

 

Salz: Hebt den Geschmack 😊

 

Die Kombination aus Hülsenfrüchten und Getreide/Pseudogetreide macht aus diesem Brot eine vollwertig biologische Eiweißquelle. Und pro Scheibe (40 g) sogar mit 10-12 g Eiweiß! Zum Vergleich: Herkömmliches Vollkornbrot enthält ca. 4 g pro Scheibe.

 

Rezept Eiweißbrot

  • 300 g trockene Linsen, mindestens 2 Stunden oder über Nacht einweichen
  • 320 ml Wasser
  • 100 g Kichererbsenmehl
  • 90 g Hafermehl (glutenfrei, falls nötig)
  • 26 g Flohsamenschalenpulver
  • 60 g Kerne deiner Wahl + mehr zum Bestreuen
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 Teelöffel Natron
  • 1 1/2 EL Reisessig, Apfelessig oder Zitronensaft

 

Die Linsen in einer großen Schüssel mit reichlich Wasser mindestens 2 Stunden (oder über Nacht) einweichen, dann das Wasser abgießen.

Den Backofen auf 205 °C Ober-Unterhitze vorheizen und eine große Kastenform mit Backpapier auslegen.

Die eingeweichten Linsen mit 320 ml frischem Wasser in einem Mixer pürieren (ca. 1 Minute), ggf. mit einem Stößel nachhelfen.

Die pürierten Linsen und alle übrigen Zutaten in eine große Schüssel geben und mit einem Spatel gut vermischen.

Den Teig in die Kastenform füllen, zusätzlich einige Kürbiskerne darauf verteilen und das Brot 45 Minuten lang backen. Abkühlen lassen, dann in Scheiben schneiden und genießen!

Ich bewahre das Brot in ein Küchenhandtuch gewickelt im Kühlschrank auf, bis wir es aufgegessen haben 🤗