Übergangszeiten sind Dojozeiten

26. August 2020
Die Dojo-Tage sind in der TCM Schwellentage, die einen sanften Übergang zwischen den Jahreszeiten, den sogenannten Wandlungsphasen, schaffen.

Der Dojo-Kalender entstand einst anhand von Naturbeobachtungen im Rhythmus der Erde, aus denen sich vier Übergangsphasen erschlossen, die jeweils 18 Tage andauern:

  • der Übergang von Frühling zu Sommer
  • der Übergang von Sommer zu Herbst
  • der Übergang von Herbst zum Winter
  • der Übergang vom Winter zum Frühling

Die exakten Daten schwanken von Jahr zu Jahr etwas, aber mehr als auf den Kalender, kann man sich hier auf sein eigenes Gefühl und die Wetterlage verlassen. Denn wenn wir die Jahreszeiten beobachten, dann merken wir wie hilfreich das Wissen der Übergangszeiten ist, um uns vor krankmachenden Einflüssen der wechselnden Jahreszeiten zu schützen:

  • vor dem Wind des Frühlings
  • vor der Hitze des Sommers
  • vor der Trockenheit des Herbstes
  • vor der Kälte des Winters

Diese Tage kündigen einerseits einen Wandel im Außen an, andererseits entsteht durch sie eine Art Nullpunkt-Energie, die eine ausgleichende Kraft herstellt und in die eigene Tiefe führt. Diese Phase entspricht vielleicht auch gerade wegen ihrer harmonisierenden Bestimmung dem Erd-Element.

Die Dojo-Zeit lädt uns ein ihre besondere Zeitqualität zu nutzen, um in die natürliche Ordnung zurückzufinden, um einen Kreislauf abzuschließen und sich vorzubereiten auf das, was im nächsten Zyklus kommen mag. In der Dojo-Zeit pendeln wir uns wieder in unserer Mitte ein, in der wir wieder vollkommen bei uns selbst landen können. Das Erd-Prinzip der Dojo-Zeit lädt uns ein wie eine Mutter für uns zu sorgen, liebevoll und zugewandt.

Die Dojo-Zeit auf körperlicher Ebene

Wichtig in der Übergangszeit von Sommer zu Herbst ist es, zunächst Kälte aus dem Körper auszuleiten und uns auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Warum die Kälte ausleiten? Weil wir uns gerade während der heißen Sommermonate vorwiegend kühlend und erfrischend ernährt haben. Was ja passend ist: kalte Getränke, Tomaten mit Mozzarella, Salate und Früchte sind wunderbar, um der Sommerhitze entgegenzuwirken. Aber wenn im Herbst die Erkältungszeit beginnt, sollten wir spätestens dann die Kälte ausleihen, die sich durch diese erfrischenden Essgewohnheiten in unserer Mitte gerne ansammelt.

Gleichzeitig ist dieser Übergang auch die perfekte Zeit, um den Körper zu entschlacken und die Mitte zu stärken. In der TCM gibt es eine Variante des sanften Fastens, die sehr gut in mein Bild von Selbstfürsorge passt. Denn die Chinesen möchten nicht, dass wir Hunger leiden. Im Gegenteil. In der TCM ist jede Diät ein Angriff auf unsere Essenz, unser Yin und unser Blut. Wir können uns also gleichzeitig leeren und nähren.

Die Reiskur in der TCM

Eine Möglichkeit sanft zu entschlacken ist die chinesische Reiskur, die sich besonders für Fülle-Typen eignet, d. h. für Frauen, die besonders unter Hitze (zu viel Yang) und/oder unter einer Ansammlung von Feuchtigkeit und Schlacken leiden. Aber auch eine Leber-Qi-Stagnation lässt sich durch eine Reiskur lösen und schafft Erleichterung.

Die Bedeutung von Reis in der TCM:

  • Stärkung des Qi der Mitte
  • Harmonisierung von Milz und Magen
  • Ausleiten von Nässe-Hitze

Die Reiskur kann zwischen 3 und 9 Tage lang gemacht werden, aber auch gegen Ende des Menstruationszyklus zur Entlastung der Verdauungsorgane. Das kann ich jeder Frau empfehlen, die während dieser Zeit besonders zu Verdauungsproblemen neigt.

Ich empfehle während der Reiskur 3mal täglich Reis mit gedünstetem Saisongemüse und jede Menge Suppe zu essen, gerne mit wärmenden und verdauungsanregenden Gewürzen wie Kümmel, Nelken, Kardamom, Koriander, Ingwer… Auf Süßes, Alkohol, Obst, Säfte sowie Milch- und tierische Produkte wird komplett verzichtet. Zusätzlich sind ausleitende Tees empfehlenswert, die die Niere und die Leber bei der Ausscheidung und Entgiftung unterstützen wie z. B. Brennnessel- oder Löwenzahntee.

Die Königin unter den Reisgerichten – das Reis-Congee

„Congee schenkt Leben und Schönheit, Wohlgefühl und Stärke, vertreibt Hunger, stillt den Durst, regelt die körperlichen Gase, reinigt die Blase und bringt die unverdauten Speisereste zur Verdauung.“

Buddha

Zugegeben, meine erste Erfahrung mit Reis-Congee war nicht besonders erhebend. Auch heute mag ich noch kein Reis-Congee pur essen und habe höchsten Respekt vor allen, die es ungewürzt genießen können.

Reis-Congee ist eine Suppe aus einem Teil Reis (am Besten Rundkornreis oder Basmati-Reis) und zehn Teilen Wasser, die zwischen zwei und vier Stunden ungesalzen gekocht wird. Dabei platzen die Reiskörner auf, und es entsteht eine sämige Suppe. Man kann das Congee verfeinern indem man z. B. Gewürze und Gemüse mitkocht oder danach dazu gibt. Manche essen es auch mit Kompott oder Obst zum Frühstück.

Das Besondere an Congee

In der chinesischen Medizin gilt Reis-Congee als Medizin. Die Suppe entschlackt und entgiftet auf der einen Seite, auf der anderen Seite baut sie Körpersäfte wieder auf und befeuchtet Trockenheitszustände. Aus Sicht der TCM gilt Reis-Congee als jene Speise, die dem Körper am meisten Qi zuführt, weil die Verdauungskraft am wenigsten beansprucht wird. Heilnahrung pur!

Die Zwischenjahreszeiten für Dich nutzen:

Die Schwellenzeit zwischen den Jahreszeiten eignet sich auch auf mentaler und emotionaler Ebene zum Loslassen und Abschließen. Hier gilt es ganz achtsam zu sein und ehrlich in sich selbst reinzuspüren: Was darf wirklich gehen? Die Zeit lädt dazu ein, Dich zu fragen, wo Du heute stehst und wie Du Dich in Deinem Leben fühlst.

  • Wo darf mehr Leichtigkeit und Unbeschwertheit in mein Leben treten?
  • Wo in meinem Leben brauche ich Veränderung?
  • Wofür möchte ich meine Kraft einsetzen?
  • Stehe ich in Kontakt mit meinen Ressourcen, meinen Gaben und meiner inneren Fülle?
  • Befinde ich mich noch auf meinem Weg oder habe ich ihn möglicherweise verlassen?

Wenn Du Dir Unterstützung wünschst, sei es bei der Durchführung einer Reiskur oder um Dich neu auszurichten, dann buch Dir gerne ein kostenloses Erstgespräch bei mir und lass uns dazu sprechen!

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