Dreifach-Erwärmer

Der Dreifach-Erwärmer: die Basis deiner Gesundheit

26. Februar 2021

Aus Sicht der TCM bildet der Funktionskreis Milz und Magen „die Mitte“ und stellt die Basis für deine Verdauungskraft dar. Viele Aufgaben des Darms, wie wir sie in der westlichen Medizin kennen, werden in der TCM der Milz zugeordnet. Nur wenn die Milz richtig arbeitet, können auch andere Organe reibungslos ihre Tätigkeiten verrichten.

Dabei ist vor allem das Zusammenspiel mit der Lungen- und Nieren-Energie wichtig. Zusammen bilden sie den Dreifach-Erwärmer, der aus Sicht der TCM maßgeblich für unsere Verdauung, für unsere Abwehr und für unsere Gesundheit verantwortlich ist.

 

Der Dreifach-Erwärmer

Der Dreifach-Erwärmer wird als „Organ ohne Form, aber mit Funktion“ bezeichnet, da es von ihm keine sichtbare, anatomische Manifestation gibt. Dennoch stellt der Dreifach-Erwärmer einen wesentlichen Aspekt in der TCM dar.

Wie der Name schon sagt, besteht der Dreifach-Erwärmer aus 3 “Erwärmern” oder “Wärmekammern”.
Kurz zusammengefasst kann man diese wie folgt beschreiben:

 

Der Untere Erwärmer umfasst Niere und Blase, aber auch die Fortpflanzungsorgane. Die Nierenenergie liefert das Verdauungsfeuer, welches der Mittlere Erwärmer benötigt, um reibungslos arbeiten zu können.

 

Dem Mittleren Erwärmer werden der Magen-, Milz-, Darm-, Leber- und Gallenblasen-Energie zugeordnet. Die Milz verarbeitet die zugeführte Nahrung und gewinnt Qi, also Nahrungs-Qi daraus.

 

Im Oberen Erwärmer befinden sich Herz und Lunge, welche die gewonnene Energie aus der Nahrung und der Atmung (Atmungs-Qi) verbinden und im Körper verteilen.

 

Wie der Prozess der Verdauung und Energiegewinnung mit dem Dreifach-Erwärmer genau funktioniert, lässt ich am einfachsten mit dem einem einfachen Modell beschreiben:

Das Kochtopf-Modell

Stell dir vor du möchtest eine Suppe kochen. Du stellst einen Topf auf den Herd und schaltest die Herdplatte an. Dann gibst du Öl, Gewürze, Gemüse und Wasser hinein. Lässt alles aufkochen, legst den Topfdeckel auf und lässt die Suppe köcheln.

 

Genauso funktioniert deine Verdauung, wie eine Art innerer Kochprozess.

 

Der untere Erwärmer ist dabei das Nierenfeuer, also die Herdplatte. Aber bitte nicht verwechseln: natürlich machen die Nieren kein Feuer! Die Rede ist vom Funktionskreis der Nieren, der für unseren Wärmehaushalt zuständig ist und als größte Wärmequelle für unsere Verdauung, für unser Verdauungsfeuer, dient.

 

Im Mittleren Erwärmer befindet sich dein Bauchkochtopf, die Milz, stellvertretend für die Verdauung. Hier landen alle Zutaten für deine Suppe und werden durch ein aktives vitales Nierenfeuer aufgewärmt. Aus diesem inneren Kochvorgang entstehen Kochdämpfe, die aufsteigen. Wie du das auch vom Kochen kennst, eine Art Kondensflüssigkeit aus der Nahrung, die durch das Kochen aufsteigt und vom Topfdeckel aufgefangen wird.

 

Genau dasselbe passiert auch in deinem Körper, über deine Nierenfeuer-Herdplatte wärmt sich dein Milz-Bauchkochtopf auf und es steigt Kondensflüssigkeit auf bzw. Energie, Qi. In diesem Fall das Nahrungs-Qi, das nach oben zur Lunge geleitet wird. Nun befinden wir uns also im Oberen Erwärmer. Die Lunge übernimmt die Aufgabe des Topfdeckels, der das Nahrungs-Qi sammelt und mit dem Atmungs-Qi verbindet.

 

Das Atmungs-Qi, das du im Idealfall über regelmäßige Bewegung an der frischen Luft aufnimmst und durch eine tiefe Bauchatmung.

 

Diese Verbindung aus Nahrungs-Qi und Atmungs-Qi nennen wir Wahres-Qi. Das allerdings noch durch 2 weitere Faktoren beeinflusst wird: zum einen durch den Schlaf, als wichtige Regenerations-Quelle und zum anderen durch unseren Lebensstil, der uns im Besten Falle mit Sinn und Freude erfüllt und dadurch unsere Energie hebt.

 

Das Wahre-Qi wird dann von der Lunge im gesamten Körper verteilt. Gleichzeitig wird aus dem Wahren-Qi wird einerseits Abwehr-Qi produziert und andererseits das Nähr-Qi gewonnen.

 

Das Abwehr-Qi entspricht aus unserer westlicher Sicht dem Immunsystem. Es fließt direkt unter der Haut und schützt uns vor äußeren, krankmachenden Einflüssen. Aus Sicht der TCM sitzt die Abwehrkraft also wie ein Schutzmantel direkt unter der Hautoberfläche.

 

Das Nähr-Qi hingegen fließt in den Meridianen, und versorgt Haut, Organe, Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenke. Es wird auch in die Arme und Beine geleitet, um diese mit Energie und Wärme und allen kostbaren Flüssigkeiten zu beliefern. Und es wird an die Hautoberfläche transportiert, um diese mit Feuchtigkeit zu nähren.

 

Wenn wir uns also gut ernähren, wenn wir gutes Atmungs-Qi erzeugen, wenn wir ausreichend und gut schlafen und einen gesunden, ausgeglichenen und glücklichen Lifestyle pflegen, dann erzeugen wir wahres Qi, Wärme und kostbare Körpersäfte. Dann sind wir gesund und dann fließt unser Qi frei und ungehindert.

 

Was kannst du dafür konkret tun?

Versuche, das Kochtopf-Modell durch eine entsprechende Ernährung zu unterstützen, also das Nieren- und Verdauungsfeuer anzuheizen und den Körper in seinen natürlichen Entgiftungsprozessen zu unterstützen, um Feuchtigkeit und Nässe auszuleiten und weitere Ansammlungen davon zu vermeiden. Denn der Körper kann das – wenn wir ihm dabei nicht unnötig viele Steine in den Weg legen.

 

1. Unterstütze den natürlichen Verdauungs- und Stoffwechselrhythmus des Körpers:

  • Frühstück und Mittag sollten deine Hauptmahlzeiten sein, weil dann deine Verdauungskraft am stärksten ist und du die meiste Energie aus deiner Nahrung ziehen kannst. Dein Abendessen sollte möglich leicht ausfallen, um die Verdauungsenergie nicht unnötig zu belasten.
  • Vermeide Zwischensnacks, um die Verdauungs- und Stoffwechselprozesse nicht zu behindern und zu verlangsamen.
  • Geh früh schlafen und sorge für einen erholsamen Schlaf, um deinem Körper in der Nacht ausreichend Zeit für die Reinigungsprozesse zu geben.

 

2. Stärke deine Verdauungskraft:

  • Warme und gekochte Mahlzeiten
  • Regelmäßige Mahlzeiten
  • Frische, saisonale Nahrungsmittel, am besten in Bio-Qualität
  • Natürlich mildsüße Nahrungssmittel, wie zu z.B. Volllkorngetreide, Wurzelgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kerne, Samen, Trockenfrüchte, Obst, hochwertige Öle)
  • Aromatische und verdauungsfördernde Gewürze

Was kannst du noch tun?

Gönn deinem Körper öfters im Jahr ein paar Entlastungstage mit einfachen und langgekochten Reis- oder Gemüsesuppen, die aus Sicht der TCM die meiste Wärme und Energie schenken, während sie den Körper am wenigsten Energie in der Verdauung kosten und deshalb auch als regelrechte Heilnahrung gelten. Dazu bieten sich die Dojo-Zeiten an, also die Übergangszeiten zwischen den Jahreszeiten. Mehr dazu erfährst du in diesen Blogartikel.

Und dann, und das möchte ich dir wirklich ans Herz legen, nutze 2x im Jahr die Energie der jeweiligen Jahreszeit, um zu entgiften. Nämlich im Herbst und im Frühling.

Im Herbst, wenn wir nach der kühlenden Sommerkost mit Salaten, Rohkost, Eis und gekühlten Getränken diese Kälte und daraus entstandenen Schlacken ausleiten wollen – und uns auch wieder mehr Wärme zuführen wollen, gerade auch um Niere samt Blase als Entgiftungsorgane zu unterstützen.

Und im Frühling, um Leber und Galle in ihren Entgiftungsprozessen nach dem Winter zu unterstützen, um angesammelte Schlacken und Salz durch vermehrt deftige, schwere, vielleicht auch fleischlastige Speisen und Alkohol auszuscheiden. So dass die Energie dann wieder mit mehr Leichtigkeit fließen und vor allem auch gemäß der Jahreszeit aufsteigen kann.

 

Wie kann so ein Frühjahrsputz aussehen?

Aus meiner Erfahrung ist das im Idealfall eine Kombination aus Ernährungsumstellung und entsprechenden Nährstoffen, die in Kombination dafür sorgen, dass Feuchtigkeit und Nässe, also Schlacken und Giftstoffe, aber auch schädliche Bakterien und Pilze ausgeleitet werden. Und – ganz wichtig!- gleichzeitig eine neue gesunde Magen-Darmflora aufgebaut wird.

 

Denn wenn die Verdauung geschwächt ist, hat das ja auch zur Folge, dass wir die Nährstoffe aus der Nahrung gar nicht mehr richtig aufnehmen und verwerten können. Es reicht daher nicht aus, nur zu entgiften und zu entschlacken, sondern ebenso wichtig ist es, für den Wiederaufbau von gesunder Magen-Darmflora zu sorgen, um das Gute aus unserer Nahrung wieder bestmöglich verwerten und nutzen zu können.

 

Wie funktioniert so eine Kur?

Wie so eine Kur abläuft, warum und auf welche Nahrungsmittel wir in der Zeit verzichten, welche Nährstoffe wir zu uns nehmen und was du von der Kur erwarten kannst, dazu werde ich ein Webinar geben, für das du dich kostenfrei anmelden kannst: Tausche Frühjahrsmüdigkeit gegen Frühlingsenergie! Das Webinar findet live am 4. März um 20 Uhr statt und ich würde mich riesig freuen, wenn du dabei wärst. Melde dich an!

 

Ja, ich bin dabei!